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Die Hexenschublade

sabienes 9. Februar 2007

andansheksgif.pngAls wir letztes Jahr im Mai an Beltane, also in der Walpurgisnacht unser 1. Ritual abhielten, meinten viele in meinem Freundeskreis, ich sei wohl eine Hexe.
Hexen oder auf neu ‘Wicca‘ sind ja sehr modern. Und einer der Kuriositäten in der Esoszene ist der Umstand, dass es unter den Absolventen von Reinkarnationssitzungen neben einigen Kleopatras auch etliche wiedergeborene Hexen gibt. Immer unter grausamsten Umständen auf den Scheiterhaufen Europas zu Tode gekommene Frauen und Männer. Viele Feuer brennen noch, aber ich bin mir ganz sicher, dass unter den armen Seelen, die auf diese Weise zu Tode gekommen sind, lauter Unschuldige waren. Echte Hexen brennen nämlich nicht.
Bin ich nun eine Hexe, eine Wicca oder wenigstens eine Paganistin?
Nein. Ich will in keine Schublade passen.
Ich bin nicht die Hagazussa, die Zaunreiterin, die mit einem Bein in der Anderwelt steht.
Ich stehe meistens mit beiden Beinen auf der Erde, kümmere mich um meine Familie und arbeite viel. Oft lache ich über Blödsinn, manchmal ärgere ich mich über noch größeren Blödsinn; an einigen Tagen esse ich zuviel und trinke gerne mal ein Glas Rotwein. Kurz: ich bin mit vielen ‘irdischen’ Dingen beschäftigt.
Noch nie konnte ich einen Blinden heilen oder das Wetter verändern. Die Anzahl der Personen die ich wissentlich in Kröten verwandelt habe, geht gegen Null.
Ich lebe die kleinen und großen magischen Momente im Alltag und das ist schon mal ziemlich gut, oder?

Die Frage nach dem Glauben

Bella 9. Februar 2007

Keltisches KreuzIch bin auch keine Hexe oder Wicca (s. post von Sabine “Die Hexenschublade”), als Paganistin habe ich mich zwar bereits bezeichnet, aber was ist schon ein Wort… heutzutage nennt man sich leicht mal einen Christen, obwohl das Wort allein nichts über den Glauben des Menschen aussagt oder wie wichtig ihm sein Glaube ist.
Eine alte Internet-Freundin hat in einer eMail auch das Thema “Taufe des Kindes bei anderen eigenen Glaubensvorstellungen” angeschnitten, ich antwortet ihr mit folgenden Zeilen:

(Auschnitt der eMail an Isabell)
“Wir hatten es kürzlich auch von spiritueller Erziehung (Sabine und ich), nämlich dass Kinder zum Beispiel, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, sich im Teenager-Alter in einer Kurzschluss-Aktion taufen lassen, weil ihnen irgendetwas fehlt/sie ihre Mitschüler um die Religion beneiden. Dass sie sich dann im erwachsenen Alter wieder anders entscheiden, passiert dann aber auch ziemlich häufig. Es ist bestimmt nicht falsch sein Kind taufen zu lassen, obwohl man selbst andere Glaubensvorstellungen hat… wobei ich mich ja tierisch geärgert habe, als ich bei meinem Austritt 30 € Bearbeitungsgebühr hinblättern musste ;) das war es mir aber wert! Zurück zum Thema: Ich glaube man sollte sich nie in einer Glaubensvorstellung festfahren, so wie in dem Film “Dogma”… “Ich glaube nicht, ich habe eine Idee davon”… die wahren Zusammenhänge erfahren wir, wenn überhaupt, erst am Ende/Anfang unseres Lebens :) wichtig ist doch das Leben auszukosten, man kann auf der Suche nach dem Glauben auch tierisch von der Erde abheben, deswegen finde ich unsere Rituale so wichtig, sie verbinden uns mit der Erde und dem “Ur”.”

glg Bella