Archiv für das Tag 'opfer'

Samhain

6. November 2011

Samhain war:

  • Stille sehen
  • Dunkelheit hören
  • Vergangenes begrüßen

Gleichzeitig barg unsere Samhainfeier auch etwas Neues, ein Experiment.
Denn entgegen meiner früheren Aussagen haben wir diesmal den Naturgeistern nicht nur Nüsse geopfert, sondern auch ein Stamperl guten Birnenschnaps. (Über Gin, den Tatzelwurm immer vorschlägt,  verfügt unsere Hausbar nicht)

Heute eine Woche nach unserem Ritual ging ich wieder an unserem Ritualplatz vorbei.
Der ausgehöhlte Kürbis, den ich samt Teelicht nun entsorgen wollte, war nicht mehr da.

Ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich nun schon, denn eigentlich streben wir an, dass wir unsere Plätze immer ordentlich verlassen.
Den Kürbis wollten wir noch ein bisschen zur Freude von vorbei kommenden Wanderern stehen lassen und ein paar Tage später dann wieder aufräumen.

Aber das Schnapsgläschen, dass ein paar Schritte weiter etwas versteckt stand, war bis auf ein paar Fichtennadeln leer!

Jetzt frage ich mich: Waren da wirklich Naturgeister am Werk oder gibt es in einem bestimmten Wald nun ein paar verkaterte Mäuschen?

Kürbis

Wo vor einer Woche noch wilde Samhain-Feste gefeiert wurden ...

Ritualplatz

... ist jetzt wieder alles still und leer!

Opfer für Naturgeister

1. Juni 2011

Waldgeister

Immerwieder höre und lese ich von Opfergaben in Form von Milch oder Kuchen oder Schnaps an Naturgeister.
Ich bin da immer ein bisschen im Zwiespalt, wenn ich mir das vorstelle.
Einerseits wird dies von Menschen praktiziert, von denen ich eine hohe Meinung habe und deren Urteil ich schätze.
Andererseits hat mich immer wieder irgendwas davon abgehalten, dies auch so zu handhaben.

Ich habe das bisher auf meinen Geiz geschoben ….

Und heute kam mir folgende Geschichte in den Sinn:

Stellen wir uns mal vor, wir hätten einen lieben Großvater, der nun seinen 90. Geburtstag feiert.
Der Opa hat sich früher für Autos interessiert und da wir über genügend Geld verfügen, schenken wir ihm einen schönen roten Sportflitzer, z.B. einen Jaguar.
Er wird sich natürlich freuen und sich überschwenglich über dieses noble Geschenk bedanken.
Er wird dem Pfarrer, dem Friseur und dem Zahnarzt davon erzählen und auch ein bisschen stolz sein.
Aber er wird so ein Höllenteil wahrscheinlich niemals fahren. Seine Knie und seine Hüfte ächzen unüberhörbar bei dem Versuch, sich in die Sportsitze zu zwängen; er traut seiner Sehkraft und seinem Reaktionsvermögen nicht mehr, hat vielleicht den Führerschein bereits abgegeben.
Vor allen Dingen aber hat sich seine Zeit geändert! Es ist ihm nicht mehr wichtig, es bereitet ihm keine Freude, keinen Genuss mehr.
Er hat nun andere Vorstellungen, Sorgen, Gedanken.
Trotzdem freut er sich und ist dankbar, weil er sich geehrt und geliebt fühlt.

Und nun stellen wir uns mal vor, wir haben kleine Kinder, die auch dem Opa, ihrem Ur-Opa, zum 90. Geburtstag gratulieren.
Die haben halt kein Geld.
Aber das älteste Kind malt ein schönes Bild mit einer Blumenwiese und einer Sonne.
Und das Jüngste kann noch nicht malen, schlingt dafür seine Ärmchen um den Hals des alten Mannes und flüstert ihm ins Ohr: “Du bist der beste Opa der Welt!”

So meine ich das.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein ätherisches Wesen sich für Schnaps interessiert.

Aber es nimmt unsere Zuneigung, unseren Respekt und unsere Dankbarkeit zur Kenntnis.

P.S. Ich werde weiterhin Blumensamen streuen …