sabienes 18. September 2009

Erntedank
Astronomisch gesehen ist Mabon auch die Zeit der Tag- und Nachtgleiche. Die Tage werden langsam kürzer, die Stunden mit Tageslicht entsprechen ungefähr auch den dunklen Stunden der Nacht.
Mabon ist das Pedant zum christlichen Erntedankfest. Die meisten Feldfrüchte sind eingefahren, man hat langsam einen Überblick über die Vorräte für den Winter. Klar das dies ein guter Anlass ist, für den erfahrenen Segen – und sei er auch noch so gering – zu danken.
Früher wurden an Mabon die Gefangenen entlassen. Das hatte zum Einen praktische Gründe, denn so gab es keine unnötigen Mäuler zu stopfen. Zum Anderen durfte man auf die Heimkehr von eigenen Familienmitgliedern hoffen, die in der Fremde in Gefangenschaft geraten sind. Da in Mittel- und Nordeuropa ab dem Herbst die unbefestigten Wege immer schwerer zu passieren waren, verschob man Raubzüge und kriegerischen Handlungen auf das nächste Frühjahr.
Wir können uns an Mabon für all die Segnungen bedanken, die uns im Laufe des Jahreskreis’ (also seit Samhain) zuteil wurden. Haben wir Projekte geplant, die erfolgreich verliefen? Neue Freundschaften geknüpft?
Wir können an Mabon wieder ins Gleichgewicht kommen oder über das Gleichgewicht im übertragenen Sinne meditieren. Was bedeutet uns eine Gleichheit der Kräfte, z. Bsp. zwischen dem männlichen und weiblichen Prinzip, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen unseren hellen und unseren dunklen Seelenanteilen?
Dazu könnten wir uns mit passenden Symbolen umgeben, z.Bsp. dem Yin und Yang Zeichen, wir könnten eine passende Yoga-Übung machen, z.Bsp. den Baum, oder bei entsprechendem handwerklichen Geschick ein Mobile basteln.
Mabon ist eine gute Zeit, um alte Streitigkeiten auszusprechen und/oder zu begraben. Vor Begin der dunklen und kalten Jahreszeit ist es gut zu lernen, ohne Reue zu vergeben. Ebenso ausgeliehene Dinge, ausstehende Schulden etc. sollten wir zurück geben oder aber auch im umgekehrten Fall zurück fordern. Letzteres fällt uns vielleicht schwerer, wenn wir Angst vor Konfrontationen haben. Aber wir sind es uns wert, unsere berechtigten Ansprüche vertreten.
Ich wünsche euch allen ein schönes und ausgeglichenes Mabon!
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