Archiv für das Tag 'Die Nebel von Avalon'

Alle Götter sind ein Gott

21. August 2010

Dass der Monotheismus der heutigen Religionen aus dem Polytheismus der Naturreligionen “gewachsen” ist, lässt sich zwar nicht abstreiten, aber wieso sollte der Glaube an einen Gott, sowie dessen rituelle Verehrung, denn nur auf Grund dieser Tatsache die bessere Lösung sein?

Ich glaube der Monotheismus hat gerade mal die Quintessenz des Polytheismus erkannt, nämlich “Alle Götter sind ein Gott”. Die logische Schlussfolgerung daraus ist nicht “Na dann reicht es ja, wenn wir diesen einen Gott anbeten”, sondern “Gott gibt uns in seinen verschiedenen Erscheinungsformen die Möglichkeit ihn/sie/es besser zu begreifen und zu erfassen”. Denn Herz und Verstand werden vielmehr durch Bilder berührt, als durch ein Abstraktum. (Ein Mitglied unseres Kreises hat das an Lughnasadh noch viel schöner formuliert!)

Ich könnte hier an dieser Stelle auch ein Sachbuch empfehlen, um in dieses Thema weiter einzusteigen, aber dann würde ich mir und meinem letzten Satz, selbst widersprechen, denn ein Bild entsteht besser beim Lesen eines Romans. Eines Romans wie diesem:

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Eigentlich dürfte er in der naturreligiösen Szene sehr bekannt sein. Aber ich scheue eigentlich nie die Mühe ihn trotzdem immer mal wieder zu erwähnen. Wenn du lieber Leser mich kennst und ich dir gegenüber dieses fantastische Buch noch nie erwähnt habe, möchte ich mich jetzt offizielle bei dir dafür entschuldigen.

Andererseits: Dieses Buch kommt gerade dann zu einem, wenn man dafür bereit ist. Also hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag jetzt die richtige(n) Person(en) erreiche.

Zu mir kam dieses Buch schon in jungen Jahren. Ich spielte ein Spiel am PC das hieß “The Sieg of Avalon” (es hatte eigentlich überhaupt nichts mit dem Buch zu tun, Avalon war in dem Spiel der Name einer Burg). Aber meine Mutter kam zufällig ins Zimmer und sprach mich darauf an. Sie hätte ein Buch das “so heißt”, welches sie mir ans Herz legte und ich war neugierig geworden und ließ es mir von ihr geben.

Als ich es gelesen hatte, war ich so begeistert, dass ich es auch gegenüber eine Schulkollegin erwähnte. Diese meinte nur es wäre eine Trilogie (was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste) welche sie persönlich nie besonders interessiert hätte und sie würde sie mir gerne schenken. Seit ich dieses Buch gelesen hatte, glaubte ich sowieso nicht mehr an Zufälle. Aber im Nachhinein ist das alles schon sehr mystisch gewesen.

Ein paar Tage später hielt ich alle drei Bücher in einer der typischen Umverpackungen für Trilogien in Händen. In meinem Buch waren die zwei anderen kein Stück erwähnt worden. Ich merkte auch schnell, weshalb: “Die Nebel von Avalon” ist zwar der dritte Band der Trilogie, aber er wurde als erstes geschrieben und die anderen zwei spielen zwar vor seiner Zeit (erzählen die Vorgeschichte) kamen aber erst viel später heraus. Sie heißen “Die Wälder von Albion” und “Die Herrin von Avalon”. Grundsätzlich kann man diese schon auch lesen, aber ich würde in jedem Fall zuerst “Die Nebel von Avalon” lesen und danach überlegen ob die Vorgeschichte von Interesse ist.

Was mich an “Die Nebel von Avalon” so begeistert, ist die Tatsache, dass eine Geschichte, von der jeder schon einmal gehört hat, nämlich die Sage um König Artus und seine Ritter der Tafelrunde, diesmal aus der Sicht einer Frau erzählt wird. Nämlich von Artus Halbschwester Morgaine, die in den meisten uns bekannten Geschichten als böse Fee oder Hexe dargestellt ist. Nun wissen wir ja, dass das liebe Christentum gerne mal heidnische Anhänger in schlechtes Licht gerückt hat. Also ist die fiktive Darstellung der Autorin über eine “gute Morgaine” (die hinterher verteufelt wurde) gar nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen.

Zur Artus Zeit ist das Christentum noch neu und jung. Es hat schon viele Anhänger, aber viele Menschen (besonders die Ärmeren/Bauern) sind dem alten Glauben treu geblieben und die Priesterinnen und Druiden arbeiten noch im Hinter(/Unter)grund und sind ebenso Fädenzieher wie die christlichen Priester. Alles dreht sich wie so oft im Leben um Macht und um deren Umverteilung, insbesondere weg von der Frau und hin zu dem Mann.

Sicher ist es eine fiktive Geschichte, aber der Leser der hier ganz eintaucht und in der Lage ist durch den Schleier der Nebel zu sehen wird viel für sich gewinnen können. Ich möchte jetzt eigentlich auch nicht zu viel verraten. Die Quintessenz ist ja ganz oben schon erwähnt!

Mich hat dieses Buch von Anfang an im innersten meiner Seele angesprochen und es hat viel dazu beigetragen, wer ich heute bin und was ich glaube und auch voller Stolz praktiziere.

 

Mit den besten Empfehlungen

Eure Bella

 

P.S.: Hier könnte man es zum Beispiel ganz versandkostenfrei bestellen: Die Nebel von Avalon

Achso es gibt auch eine zweiteilige Fernseh-Verfilmung. Die kann man sich schon auch mal anschauen. Aber bitte zuerst das Buch lesen. Selbst in diesen “zwei Filmen” ist gerade mal 1/4 von dem Inhalt des Buches verarbeitet. In diesem Fall wirklich ganz wichtig: Erst Buch dann Film!